Sie sind nicht die Erfindung pfiffiger Wellness- oder Kureinrichtungen, sondern können als ein Jahrhunderte altes Heilmittel betrachtet werden, die Kirschkernkissen. Diese Tatsache beruht nicht nur auf schriftliche Überlieferungen, sondern konnte durch archäologische Befunde in Abfallgruben und Kloaken des Mittelalters nachgewiesen werden. Man sammelte, wie heute bei der Selbstherstellung auch, Kirschkerne, nähte diese in Leinensäckchen, wärmte sie dann, vermutlich auf Kachelöfen, auf und benutzte diese dann zur Linderung allerhand Wehwehchen.
Natürlich werden Kirschkernkissen heute auf moderne Weise mittels einer Mikrowelle aufgeheizt und sind eine gute Alternative zu den guten alten Wärmeflaschen. Gern werden sie beim Baby und bei Kleinkindern benutzt, aber auch bei älteren Menschen sind sie sehr willkommen. Rheumatische Beschwerden können ebenso gelindert werden, wie Bauchweh und es kann aufgrund seiner Füllung gleichzeitig als Massagekissen, oder einfach als Bettwärmer benutzt werden. Die Kirschkernkissen für die Mikrowlle sind vielseitig einsetzbar. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass Kirschkernkissen auch als Kühlpack bei Insektenstichen, Verstauchungen oder Prellungen gute Dienste leisten. In eine Folie eingewickelt und mehrere Stunden im Tiefkühlfach gelagert, kann es wahre Wunder vollbringen.
Der Aufbau der Kirschkerne in den Kissen ermöglicht ein schnelles Aufnehmen der Wärme, oder auch Kälte, gibt diese aber sehr langsam wieder ab, sodass ein solches Kissen, anders als bei Wärmeflaschen, ohne Nachbesserung über einen längeren Zeitraum genutzt werden kann. Es ist ganz einfach, ein Kirschkernkissen für die Mikrowelle selber herzustellen. Hat man eine genügende Anzahl an gut gereinigten und getrockneten Kirschkernen beisammen, so können diese in ein Beutelchen, dessen Größe je nach gewünschter Anwendung, variieren kann, eingenäht.
Da nicht jede Schmerzursache für eine Wärmebehandlung gut ist, sollte man bei andauerndem Unwohlsein auf jeden Fall einen Arzt zurate ziehen, um nicht das Gegenteil von dem zu erreichen, was man eigentlich möchte.
Foto: Dieter Schütz / pixelio.d




