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Pflege von Lederschuhen


Lederschuhe haben ihren Preis. Sie halten dafür auch beachtlich länger, allerdings nur, wenn die Pflege stimmt, denn Witterung und Dehnung hinterlassen ihre Spuren. Hier einige Tipps, wie Sie Ihre Lederschuhe lange funktional und schön erhalten.

Vor jedem Feinschliff kommt die grobe Reinigung
Es wäre fatal, Lederschuhe einfach nur mit Schuhcreme abzureiben, denn dann reibt sich auch der Schmutz mit in die feinen Ledernarben. Je nach Beschaffenheit eignet sich dafür eine spezielle Schmutzbürste mit festen Borsten oder ein grobes Leinentuch, das leicht angefeuchtet werden kann. Grober Schmutz wird abgeklopft und vorsichtig mit einem Lappen entfernt. Mit der Bürste sollte der Druck nicht zu stark sein, da so die Lederfarbe mit abgebürstet wird.

Glanz und Politur
Schuhcreme wird mit weichen Bürsten aus Pferdehaar aufgetragen. Dabei ist weniger mehr. Die passgenaue Farbe der Schuhcreme verhindert unschöne Flecken. Wer keine Bürste zur Hand hat, kann auch Socken nehmen. Nach dem Auftragen wirkt die Schuhcreme ca. zehn Minuten ein und wird danach vorsichtig auspoliert. Schuhpflege-Schwämmchen mit farbloser Politur sollten in regelmäßigen Abständen angewendet werden. Sie frischen das Leder schnell auf und sorgen dafür, dass Schmutz weniger daran haften bleibt. Matte Lederschuhe glänzen wieder durch den Abrieb mit der Schnittfläche einer halben Zwiebel. Anschließend die Schuhe mit einem Wolllappen polieren.

Ledersohlen brauchen ebenfalls Pflege
Für die Behandlung von Ledersohlen findet sich spezielles Lederöl oder auch Leinöl. Gerade bei nassen Sohlen ist diese Pflege unabdingbar. Essig versiegelt Leder gegen Abfärben. Damit neue Lederschuhe nicht an Strümpfen abfärben, die Schuhe innen mit Essig abreiben und auslüften lassen.

Lederschuhe müssen auch mal Aufatmen
Füße sondern immer Flüssigkeit ab, mal mehr, mal weniger. Damit der Schuh „ausdünsten“ und wieder trocknen kann, empfiehlt es sich, die gleichen Lederschuhe nicht Tag ein Tag aus zu tragen, sondern die Schuhe öfters zu wechseln.

Entspannen und Aufspannen
Was früher selbstverständlich war, darf heute auch nicht vernachlässigt werden. Schuhspanner sind eine wertvolle Hilfe, um Lederschuhe vor Rissen und Falten zu bewahren. Nach dem Tragen werden die Schuhspanner aus Zedernholz in den Schuh eingebracht und halten so die Form und das Leder geschmeidig. Auch der Trocknungsvorgang wird so beschleunigt.

Besondere Pflege bei Nässe und Schnee
Herbst und Winter stellen für Lederschuhe eine echte Herausforderung dar, denn Nässe ist an der Tagesordnung. Besonders Schneematsch hinterlässt auch optische Spuren in Form von hässlichen Rändern. Zunächst gilt es, die Schuhe zu trocken, aber keineswegs auf der Heizung oder direkt beim warmen Öfchen. Richtig ist es, die Schuhe mit einem trockenen Tuch gründlich abzuwischen und sie dann mit Zeitungspapier auszustopfen. So können sie langsam trocknen und das an jedem beliebigen Ort. In Ofen- oder Heizungsnähe trocknet das Leder zu schnell und bekommt unansehnliche Risse und Falten. Das Einreiben mit Rizinusöl beugt Lederfalten und bröckligen Stellen in Lederschuhen vor. Schneeränder sollten umgehend mit Schuhcreme behandelt werden, damit sie sich nicht durch das Trocknen „einbrennen“. Hartnäckige Flecken können mit Essigwasser oder Petroleum vorsichtig abgerieben werden.

Pelzfutter in Schuhen ist besonders in der kalten Jahreszeit für die Füße eine Wohltat. Doch auch darin setzen sich gerne Schmutz und Schweiß von den Füßen ab. Eine Reinigung gelingt mit Talkumpuder, das in das Pelzfutter eingerieben wird und einige Stunden einwirken sollte. Danach die Schuhe ausschütteln und haftende Reste mit der Hand oder einem Tuch entfernen.

Schuhe aus Veloursleder
Veloursleder bedarf einer besonderen Pflege. Vor dem ersten Tragen sollten die Schuhe mit einem Imprägnierspray behandelt werden. Auch bei Nässe und Schneematsch ist das Auffrischen der Imprägnierung angeraten. Generell sollte im Winter auf Velourslederschuhe im Schnee verzichtet werden, weil sie Feuchtigkeit schneller durchlassen und sich Ränder schneller bilden. Damit das Imprägnierspray nicht die feinen Fasern verklebt und der Schuh auch noch atmen kann, sollte der Schuh regelmäßig mit einer Bürste gestriegelt werden, um Reste vom Imprägniermittel, die auch mit Schmutz und Staub behaftet sind, wieder abzunehmen.

Tipps für Schuhe aller Art
Die Schuhsammlung weist meistens nicht nur Lederschuhe auf. Es finden sich auch Exemplare aus Textil, Kunststoff, Kunstleder oder anderen Materialien. Mit diesen allgemeinen Tipps für Schuhe hat man immer eine Lösung in petto, z.B. zur Schmutzvorbeugung bei Textilschuhen oder zur Pflege von Lackschuhen.

Glanz, Politur, Imprägnieren
Farbige und helle Schuhe werden mit farbloser Schuhcreme oder einem Polierschwämmchen gereinigt und aufgefrischt. Für Glanz beim Putzen von Schuhen sorgt ein Tropfen Kaffee, der auf den Lappen mit der Schuhcreme gegeben wird. Sneakers und Ballerinas aus Textilstoff bleiben schön und sauber wie am ersten Tag, wenn sie vor dem ersten Tragen mit einem Imprägnierspray gut eingesprüht werden.

Lackschuhe bleiben länger schön, wenn Schuhspanner verwendet werden. Für einen tollen Glanz und Geschmeidigkeit sorgt das Einreiben mit Glyzerin oder mit einer halbierten Zwiebel. Anschließend nachpolieren. Verblasster Lack kann mit Terpentinöl aufgefrischt werden.

Gummischuhe werden widerstandsfähiger, wenn sie öfters mit kaltem Wasser abgewaschen und danach gut trocken gerieben werden.

Nur noch eingetrocknete Schuhcreme zur Hand? Etwas Terpentinöl macht die Creme wieder geschmeidig.

Rund um die Sohlen
Mit Leinöl getränkte Sohlen knarren nicht mehr beim Gehen.

Glatte Sohlen mit Schmirgelpapier anrauen, dann wird die Ausrutschgefahr gebannt. Auch das Abreiben mit einer rohen Kartoffel bannt die Rutschgefahr.

Keine Spikes an den Schuhen, aber draußen ist es aalglatt? Mit Heftpflaster unter den Sohlen und Absätzen oder mit übergezogenen Socken können Sie sich behelfen.

Bild Schuhe: RainerSturm / pixelio.de