Der Monokini entstand in den 60er Jahren als untragbarer modischer Scherz, der den aufkommenden Oben-Ohne-Trend parodieren sollte. Zu jener Zeit galt noch der Bikini in weiten Teilen als mittelmäßig skandalös, und schon begannen die ersten Wagemutigen, auch noch das Oberteil wegzulassen. Der erste Monokini, den der avantgardistische Designer Rudi Gernreich 1964 entwarf, bestand aus einem Hosenteil mit zwei Hosenträgerbändern, die gekreuzt über den freigelassenen Brüsten verliefen. Das Modell war weder zum Schwimmen noch zum Sonnenbaden besonders gut geeignet; denn die Träger waren breit genug, um beim Sonnen weiße Streifen zu hinterlassen, aber nicht stark genug, um die das nasse Hosenteil im Wasser am Rutschen zu hindern. So geriet der Topless-Badeanzug, nachdem er einige Jahre für Gesprächsstoff gesorgt hatte, fast ungetragen wieder in Vergessenheit.
Erst um die Wende zum neuen Jahrtausend eroberten trendige Monokinis den Bademodenmarkt. Den neuen Zwittern aus Badeanzug und Bikini ist nur gemeinsam, dass sie eine Verbindung zwischen Slipteil und Oberteil aufweisen. Alle weiteren Details bleiben dem Einfallsreichtum der Modeschöpfer überlassen. Das extravagante Stück kann je sich nachdem, wieviel Stoff der Mittelteil enthält, sportlich-rustikal oder filigran und edel zeigen. Inzwischen haben sich auch Modelle etabliert, die sich im Handumdrehen zum echten Topless-Outfit machen lassen, indem sich das Oberteil abknöpfen lässt.
Die typischen Öffnungen an Hüften und seitlicher Taille erfordern von der Trägerin die gleiche figürliche Perfektion wie ein Bikini, der kein Fettpölsterchen kaschiert. Der Monokini ist daher ein modisches Highlight für straffe schlanke Figuren, an denen er allerdings zum Hingucker wird.
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