Lebensmittel richtig aufbewahren und Haltbarkeit verlängern


Kennen Sie das? Das Haltbarkeitsdatum ist noch nicht überschritten oder abgelaufen und dennoch sind viele Lebensmittel im Kühlschrank oder aus dem Vorratschrank mit Schimmel überzogen oder so unansehnlich, dass nur noch der Weg in den Biomüll angeraten ist? Die richtige Aufbewahrung und Lagerung schützt vor frühzeitigem Verderb. Gerade in warmen Monaten werfen Verbraucher die doppelte bis dreifache Menge an Lebensmitteln wegen falscher Lagerung einfach so weg. Was das bedeutet, wissen wir alle. Filme, über die Lebensmittelmüllberge lassen den Atem stocken und auch das Wort Verschwendung ist da nicht weit. Dabei gibt es für die verschiedenen Lebensmittel, die jeder so tagtäglich im Haus hat, die geeignete Aufbewahrungsstrategie. Lesen Sie selbst.

Brot - auch auf die Sorte achten
Brot wird kühl und trocken gelagert. Ein luftiger Brotkasten aus Holz oder Metall erfüllt seinen Dienst sehr gut. Mit einem Stückchen Apfel oder Möhre im Kasten bleibt das Brot noch länger frisch. Ein Steinguttopf, der mit einem Leinentuch abgedeckt wird, erfüllt den Zweck der artgerechten Lagerung ebenfalls. Abgepacktes Schnittbrot neigt schnell zur Schimmelbildung, wenn die Packung nicht wieder fest verschlossen wird. Auch die Sorte macht den kleinen, aber feinen, Unterschied. Roggen-, Roggenmischbrot, Roggenschrot- und Roggenvollkornbrot halten sich länger als Weizen- oder Weizenmischbrot.

Kartoffeln - aus dem Plastiksack an einen kühlen Ort
Kartoffeln landen in der Küche oft in jeder beliebigen Ecke. Wer die Kartoffeln im Plastiksack einkauft, sollte sie zuhause direkt in einen luftigen Korb oder eine Holzkiste umfüllen. Ein kühler und dunkler Raum eignet sich zur Lagerung am besten.

Fleisch und Wurst - möglichst direkt verzehren
Der beste Tipp gegen Verderb beim Fleisch ist die sofortige Verwendung nach dem Kauf, doch bei wem klappt das schon immer? Meistens wird auch ein Fleischvorrat eingekauft. Wer das Fleisch nicht sofort verarbeitet, kann es bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum im Kühlschrank lagern, das Einlegen in Essig oder Sauermilch verbessert die Haltbarkeit erheblich und macht das Fleisch schön zart und mild.

Soll das Fleisch über das angegebene Verfallsdatum noch verwertet werden, bietet sich die Möglichkeit des Einfrierens an. Dazu das Fleisch portionsweise in Gefrierbeutel geben und mit Datum versehen. Bis zu einem Jahr hält sich das Fleisch, allerdings empfiehlt es sich, die Vorräte innerhalb der nächsten drei Monate zu verbrauchen, da es später nur noch selten verzehrt wird. Eingefrorenes Fleisch wird dann auch gerne einfach in der Gefriertruhe vergessen und was so lange gelagert hat, das isst der Mensch nicht mehr so gerne. Auch Hackfleisch lässt sich einfrieren, dabei am besten mit Handschuhen und einer sauberen Unterlage arbeiten, um die Übertragung von Keimen und Bakterien zu vermeiden. Frisches Hackfleisch muss sofort zubereitet werden. Um rohes Fleisch vor direktem Verderb zu schützen, wird es vor der Kühlung im Kühlschrank mit Essig abgerieben. So wird das Fleisch auch zarter. Auch Salz und Zucker, in Essig aufgelöst und aufgekocht, haben den gleichen Effekt.

Frische Kaninchen zum Festessen sind beliebt. Doch meistens werden sie ein bis zwei Tage im Voraus eingekauft, damit am Festtag keine Hektik entsteht. Um die Frische zu bewahren und das Fleisch noch zarter zu machen, legt man sie in eine Mischung aus Buttermilch, Rotwein und Essig ein und stellt sie abgedeckt kühl.

Geräucherter Schinken sollte luftig aufbewahrt werden. Tüten oder Plastikfolien eignen sich zur Lagerung nicht, da sich durch die luftdichte Verpackung gerne Bakterien und Keime bilden, die dann zu einer schmierigen Oberfläche führen.

Fisch muss schon beim Kauf frisch sein
Fisch, der schon beim Kauf nicht mehr frisch ist, verdirbt zuhause noch schneller. Ob Fisch, der als „frisch“ angeboten wird, auch tatsächlich frisch ist, erkennt man an den klaren und glänzenden Augen, die leicht hervorstehen. Die Haut sollte auf Druck mit dem Finger nachgeben. Bleibt eine Delle im Fisch, dann ist er nicht mehr frisch. Auch nach innen gewölbte und verschleierte Augen sind ein Hinweis darauf, dass der Fisch lieber beim Händler bleiben sollte. Fisch sollte zuhause geschuppt, ausgenommen und gewaschen werden, mit etwas Zitronensaft beträufelt, kommt er bis zur Zubereitung abgedeckt in den Kühlschrank. Der Fisch sollte noch am gleichen Tag verzehrt werden.

Nicht gleich wegwerfen - Was Sie an Lebensmitteln noch bedenkenlos „retten“ können
Mit dem Wegwerfen sind wir leider schnell bei der Hand. Aber es tut uns auch immer weh, denn schließlich haben die Lebensmittel Geld gekostet und die Tatsache, dass andere Menschen Hunger leiden, schürt das schlechte Gewissen gleich doppelt. Es finden sich durchaus Lebensmittel, die „gerettet“ oder wieder „aufgefrischt“ werden können. Das tut dem Geschmack keinen Abbruch. Auch die Resteverwertung, die gerade in den sparsamen Nachkriegsjahren für Familien überlebenswichtig war, darf in der Wohlstandsgesellschaft ihren Platz haben. Mit diesen Tipps, die bedenkenlos sind, können Sie der Umwelt und ihrem Geldbeutel etwas Gutes tun:

Weiche Saltatgurken wandern oft in den Biomüll. Das muss nicht sein. In einer Schüssel mit kaltem Wasser, die für einige Zeit in den Kühlschrank gestellt wird, gewinnt die Gurke ihre knackige Form wieder. Radieschen, die länger liegen, nehmen gerne eine gummiartige Konsistenz an. In kaltes Wasser eingelegt, werden sie wieder knackig frisch.

Reste von Mangofrüchten halten sich, in Frischhaltefolie eingewickelt und im Kühlschrank aufbewahrt noch bis zu drei Tagen.

Grundsätzlich ist ein oberflächlicher Schimmel auf Marmelade und Gelee noch kein Grund, das ganze Glas wegzuwerfen. Der Schimmel sollte großzügig entfernt werden, eine dicke Schicht Zucker schützt.

Ist erkennbar, dass von gekochtem Spinat noch etwas übrig bleibt, dann sollten die Reste schnell abgekühlt und im Kühlschrank aufbewahrt werden. Beim neuerlichen Erhitzen ist darauf zu achten, dass der Spinat komplett erhitzt wird. Spinat kann mehrere Male aufgewärmt werden, jedoch sind die Aufbewahrung an einem kühlen Ort und das vollständige Durchgaren wichtig, damit sich keine giftigen Nitritstoffe freisetzen.

Hart gewordener Schnittkäse wird durch das Einlegen in Buttermilch wieder wunderbar weich und kann noch verzehrt werden.

In weichen Lebkuchen könnte sich so mancher zur Weihnachtszeit einfach reinsetzen. Manchmal werden sie allerdings etwas hart und wandern dann gerne in die Biotonne. Ein Trick hilft, die Leckerein wieder weich zu machen. Die Lebkuchen oder auch Plätzchen in eine Dose füllen und eine Scheibe frisches Brot mit hineinlegen.

Küchenkräuter im Topf aus dem Supermarkt lassen oft schon nach wenigen Tagen den Kopf hängen. Einfach in Zuckerwasser stellen und sie blühen wieder auf.

Lebensmittel länger haltbar machen und vor Verderb schützen
Oft sind es nur kleine Dinge, die Großes bewirken. Viele Lebensmittel sind anfällig gegen Feuchtigkeit und Schimmel und das sogar unabhängig vom eigentlichen Verfallsdatum. Doch mit kleinen Tricks lässt sich die Haltbarkeit verlängern oder dem frühzeitigen Verderb entgegenwirken:

Die Schimmelbildung auf Marmelade in Gläsern geht oft sehr schnell voran. Ein kleiner Schuss Kirschwasser wirkt wie eine Konservierung und verlangsamt den Prozess.

Olivenöl bleibt frisch, wenn ein Stück Würfelzucker in die Flasche kommt. Ranzigem Öl wird durch die Zugabe einer Prise Salz von Zeit zu Zeit vorgebeugt.

Eingetrockneter Senf im Glas? Das lässt sich vermeiden, in dem man etwas Salz in den Senf gibt, wenn das Glas zum ersten Mal geöffnet wurde. Der Senf wird dadurch nicht salziger.

Eier nach dem Kochen nicht Abschrecken! Durch das Abschrecken können Bakterien von der Schale in die Eier gelangen, die dann zu einer kürzeren Haltbarkeit führen. Tests haben gezeigt, dass Eier, die nicht abgeschreckt werden, sich bei Zimmertemperatur bis zu drei Monate halten können.

Damit sich Salbei im Kräutertopf lange hält, die Pflanze nur sparsam gießen und an einem sonnigen und warmem Plätzchen gedeihen lassen.

Wer Sauerkraut im Faß aufbewahrt, sollte nach jeder Entnahme etwas Branntwein hinzugeben. So ist das Sauerkraut vor dem Verderb geschützt.

Zu Weihnachten hat Marzipan Hochkonjunktur in der heimischen Küche. Plätzchen, Figuren, Pralinen oder Kuchen werden aus Marzipanrohmasse zubereitet. Damit sich das Marzipan bei der Aufbewahrung schön geschmeidig hält und nicht austrocknet, wird es in einem feuchten Tuch an einem kühlen Ort aufbewahrt.

Damit Salz körnig bleibt und keine Feuchtigkeit anzieht, werden einige Reiskörner hinein gegeben.

Paranüsse halten sich länger, werden sie in einem verschlossenen Behälter und kühl gelagert.

Äpfel und Bananen sind sich miteinander nicht grün, zumindest in der Schale. Besser ist es, die beiden Obstsorten getrennt voneinander aufzubewahren, da sie ansonsten schneller verderben.

Zucker, Mehl und Stärke immer getrennt von Teebeuteln aufbewahren. Der Geruch des Tees setzt sich derart hartnäckig in den feinen Lebensmitteln ab und geht auch durch die Papierverpackung von Zucker und Co. hindurch. Selbst beim Zubereiten von Speisen mit Mehl oder Zucker, die zusammen mit stark duftenden Teebeuteln im Schrank aufbewahrt wurden, schmeckt man das Teearoma noch heraus. Besser ist es, Teebeutel im Regal in einer Dose aufzubewahren.


Lebensmittel richtig kühlen

Viele Verbraucher kaufen auf Vorrat ein und achten dabei natürlich auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Doch es kommt immer wieder vor, dass man mit dem Aufessen doch hinterher hinkt und so landen jede Menge Lebensmittel und damit auch Euros in der Mülltonne. Die richtige Aufbewahrung im Kühlschrank ist besonders für frische Lebensmittel, wie Obst und Gemüse, die ja kein aufgedrucktes MHD besitzen, sinnvoll.

Manche Menschen nutzen die Aufteilung des Kühlschranks auch nicht richtig. Alles wird kreuz und quer hineingepackt. Aber nicht umsonst verfügen Kühlschränke über die intelligenten Fächer. Gemüse wird daher im Gemüsefach aufbewahrt. Perforierte Plastikbeutel halten alle Sorten von Gemüse knackig und frisch. Diese lassen sich mit einer Gabel schnell selbst herstellen. Die regelmäßige Kontrolle der Gemüsesorten und von Salaten ist wichtig, denn Wasser, das sich in der Tüte absetzt, läuft gerne aus und die feinen Vitaminspender faulen regelrecht in dieser Nässe. Wenn Blattsalate schon verwelkte und braune Blätter zeigen, dann diese entfernen, das Salatherz ist meistens noch unversehrt.

Auch abgepacktes, dunkles Brot aus Vollkorn kann so gelagert werden. Eine regelmäßige Kontrolle ist hier ebenso wichtig. Käse von der Frischetheke und Wurst finden sich immer in einem besonderen Papier eingewickelt. Das ist der beste Schutz und diese Lebensmittel dürfen auch genauso in den Kühlschrank. Wer möchte, legt sie noch in eine Tupperdose. Käse und Wurst aus dem Regal im Supermarkt sollten aus der Plastikverpackung genommen und in einen Behälter mit Deckel oder in Frischhaltefolie eingepackt werden. In der ursprünglichen Verpackung fängt Käse gerne an zu schwitzen, auch ein Austrocknen ist hier nicht selten.

Frische Himbeeren bleiben im Kühlschrank ein bis zwei Tage haltbar, wenn sie lose und ungewaschen, mit etwas Zucker bestreut in einem verschlossenen Behälter gelagert werden. Bananen und unreife Zitrusfrüchte gehören nicht in den Kühlschrank, da sie dort nicht vollkommen ausreifen können. Bananen werden dann schnell dunkelbraun und unappetitlich.

Ingwer lässt sich für mehrere Monate im Kühlschrank aufbewahren, wenn er in trockenen Sherry oder Salzwasser eingelegt wird. Frische Petersilie hält sich viele Tage im Kühlschrank, wenn sie vorher gewaschen, leicht getrocknet und dann in ein Glas mit Schraubverschluss gegeben wird. Der Geruch von frischem Lauch haftet im Kühlschrank auch gerne an anderen Lebensmitteln an. Daher ist er getrennt, am besten in der Gemüseschublade und in einer Plastiktüte, aufzubewahren.

Camembert und Weichkäse in der Originalverpackung oder unter einer Käseglocke im Kühlschrank lagern. Diese Käsesorten sollten immer mit einem frischen Messer angeschnitten werden. Mit diesem Messer sollten dann keine anderen Lebensmittel vorher oder nachher in Berührung kommen, denn Weichkäse enthält oft Schimmelkulturen, die sich auf andere Lebensmittel übertragen, wodurch diese dann schneller verderben. Die Schimmelkulturen sind für den Geschmack des Käses wichtig, aber auch nur für diesen Käse, für alle anderen Lebensmittel stellen sie ein richtiges Bakterium dar. Butter gehört ebenfalls zu den Lebensmitteln, die nicht unverpackt in den Kühlschrank gelegt werden sollten. Eine Butterdose oder ein Butterfach, das schon in vielen Kühlschränken vorgesehen ist, schützt die Butter davor, Gerüche anderer Lebensmittel aufzunehmen.

Fleisch wird immer gut verpackt, in Frischehaltfolie oder Plastikdosen, denn ungeschützt gelagertes Fleisch kann Keime anziehen und auch selbst Keime an andere Lebensmittel abgeben. Wer einmal vergessen hat, das Fleisch innerhalb des Haltbarkeitsdatums aufzubrauchen, der kann es noch am Ablauftag einfrieren, dann hält es sich weitere Wochen. Auf gar keinen Fall sollte Fleisch nach dem Ablauftag noch verzehrt oder eingefroren werden. Besser ist es, nach dem Fleischeinkauf direkt den Wochenplan anzufertigen und überschüssige Stücke gleich einzufrieren.

Das Klima in einem Kühlschrank ist nur so gut, wie die Sauberkeit, die ihm zuteil kommt. Längst ist es kein Geheimnis mehr, dass die Kühlschrankhygiene gerne mal vergessen wird. Die Folge sind Schimmel- und Bakterienkulturen, die einem wahrhaftig den Appetit verderben können. Einmal in der Woche sollte der Kühlschrank feucht ausgewischt werden, ein antibakterielles Reinigungsmittel desinfiziert und schützt.

Bild Lebensmittel: Halina Zaremba / pixelio.de