Das Nudelholz, ein Küchengerät, das schon im frühen Mittelalter verwendet wurde, um besonders feste Teigsorten auszurollen, erfreut sich auch heute größter Beliebtheit. Denn bis heute wurde kein Haushaltsgerät entwickelt, das für diesen Zweck besser geeignet wäre.
Jenseits des ironisch-schlechten Rufes durch derb-humorige Geschichten, in denen dem boshaften Treiben von Ehefrauen mittels Nudelholz der Garaus gemacht wurde, ist das hölzerne Küchengerät eine äußerst sinnvolle Erfindung. Denn die einfache, aus Holz bestehende Rolle, ist extrem zweckmäßig und gerade durch ihre Schlichtheit funktional und kaum verbesserungswürdig. Bevor die Kartoffel ihren Siegeszug in die europäische Küche antrat, aß die arme Landbevölkerung hauptsächlich Brot, Nudeln und Getreidebrei. Das Brot diente als Tellerersatz, auf dem das eigentliche Gericht aufgetragen wurde. Fleisch spielte nur eine sehr untergeordnete Rolle. Trotzdem war die mittelalterliche Küche sehr abwechslungsreich. Ein berühmtes Rezept aus der Klosterküche vom Tegernsee, erfasst von Bartolomeo Scappi in seinem Buch „Opera“, beschreibt köstlich gefüllte Maultaschen, für die der Teig mit einem Nudelholz ausgerollt werden musste.
Unter den Handwerksberufen war der des Bäckers im Mittelalter besonders geachtet. Sehr viele Gerichte und Gebäcksorten werden auch noch heute nach den traditionellen Rezepten zubereitet und schmecken so wunderbar wie damals. Und so wird auch das Nudelholz, heute genauso sinnvoll wie vor vielen Jahrhunderten, noch aus dem gleichen Material produziert und in gleicher Weise verwendet. Auch wenn es hochmoderne Varianten in Edelstahl oder Porzellan gibt: Die traditionelle hölzerne Nudelrolle hat ihren festen Platz in den meisten Küchen dieser Welt.
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